Blower-Door-Messung
Blower-Door-Messung:
Die Blower-Door-Messung dient zur Überprüfung der luftseitigen Gebäudedichtheit und ermöglicht das Aufspüren von Leckagen. Nach einem anfänglichen Mauerblümchen-Dasein hat sich diese Technik im Laufe der Zeit immer mehr etabliert und gehört mittlerweile bei Neubauten zum Stand der Technik.
Die Blower-Door-Messung ist unbedingt notwendig für Gebäude mit Lüftungsanlagen und obligatorisch für die KFW-Förderprogramme bei Passivhäusern und KfW40-Häusern (Die Kosten der Messung können beim KFW-Antrag auf Förderung angesetzt werden).
Sie ist in folgenden Situationen unbedingt zu empfehlen:
- Vor der Durchführung von Dämmmaßnahmen im Gebäudebestand, weil die beste Dämmung wenig hilft, wenn die Wärme über Luftleckagen entweicht und die Dämmung an diesen Stellen durchfeuchtet werden kann.
- Vor der Ausstellung von Energieausweisen im Gebäudebestand, weil ein um 15 % reduzierter Lüftungswärmeverlust angesetzt werden darf, wenn die EnEV-Grenzwerte eingehalten werden.
- Bei Neubauten vor Abschluss der Arbeiten um sicherzustellen, dass kein verdeckter Mangel vorliegt.
- Bei Neubauten bereits in der Planung berücksichtigen um in der EnEV-Berechnung mit einem um 15 % verminderten Lüftungswärmeverlust rechnen zu dürfen.
- Für den Käufer einer Gebraucht-Immobilie um sicher zu gehen, dass keine versteckten Mängel vorliegen, bzw. für den Verkäufer um die Gebäudequalität zu belegen und so den Verkaufspreis zu steigern.
So funktioniert die Blower-Door-Messung:
Aufbau der Mess-Anlage
Die Raumluft wird durch ein Gebläse abgesaugt. Durch den Unterdruck im Gebäude strömt Luft von Außen durch Fugen und Leckagen nach.
bei diesem Verfahren wird im Gebäude mittels Gebläse ein leichter Unter- bzw. Überdruck erzeugt. Eine Messvorrichtung erfasst den Volumenstrom der durch das Gebläse gefördert wird. Die Regelungstechnik hält während der Messung die Druckdifferenz konstant und zeichnet den Volumenstrom auf. Die Messung muss gemäß DIN EN 13829 ausgeführt und protokolliert werden, um die Anforderungen nach EnEV zu erfüllen. Vor der Messung kann man die Druckdifferenz nutzen um Leckagen im Gebäude festzustellen und wenn möglich sofort abdichten.
Das Prinzip der Blower-Door-Messung
Ein Ventilator saugt Luft aus dem Gebäude. Außenluft strömt durch undichte Stellen ins Gebäudeinnere
Die eigentliche Messung dauert ca. 2 Stunden incl. Leckageortung, welche mittels Theaternebel und Thermoanemometer erfolgt. Im Anschluss wird ein Prüfbericht und ein Zertifikat erstellt.
Luftseitige Leckagen in der Gebäudehülle haben folgende Auswirkungen:
- erhöhter Energieverlust und somit erhöhte Heizkosten
- Komfortverlust infolge Zugerscheinungen und Kaltluftseen
- Erhöhte Schallimmissionen von Außen
- Eindringen von Schädlingen
- Tauwasserbildung am Luftaustritt, Folge: Bauschäden und Schimmel
- Gesundheitsgefährung durch Feuchte und Schimmel
Weitere Infos:
Weitere ausführliche Informationen zum Blower-Door-Test bietet eine Broschüre der Initiative www.mein-haus-spart.de des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW.